Wichtige und weniger wichtige Spiele

Was für ein Fußball Wochenende. Genial, galaktisch, außerordentlich und heiß. Nun bin ich ja kein Fußball Kenner. Der Ball ist rund und 22 Mann kämpfen um den Sieg. Das weiß ich schon. So war‘s ja auch beim Supercup am vergangenen Samstag. Kein Mensch weiß so genau, was das für ein Cup ist und ob der als wichtig oder weniger wichtig oder als gar nicht wichtig einzuordnen ist. Aber: Immerhin war das das erste Spiel nach dem Champions-League-Finale zwischen dem stinkreichen FC Bayern München, der sich ja – strenggenommen – seine Siege kauft, und dem BVB. Naja, wer alles, was goldene Beine hat, vom Fußball Markt kauft, kauft sich quasi seine Siege. Und da hat´s ja auch geklappt. Und nun der neue Trainer aus Spanien, alles neu macht der — denkste. Kloppo macht sein Ding, seine Schützlinge die vier Tore, und der Spanier und seine Elf fahren bedeppert nach Hause. Klappt eben doch nicht so einfach mit dem vielen Geld. Obgleich doch alle interviewten Spieler des FCB und auch der Trainer betonten, es seien die Vorbereitungen für die neue Saison noch nicht abgeschlossen und – naja, eigentlich war es ja ein…ja ein Fußballspiel, und die Bayern haben verloren.

Und dann am Sonntag in Schweden das Endspiel um die EM der Frauen. Nadine Angerer hält zwei 11-Meter, die keine sind, weil die Rumänin wohl nicht richtig hinschauen konnte, die Mädels schießen ein Tor. Der Außenseiter, der zu Beginn so schwach gestartet ist, ist plötzlich Europameister. Zum achten Mal. Alles richtig gemacht und Erfolg gehabt. Dabei soll es ja immer noch Machos geben, die Frauenfußball blöd finden. Übrigens: Damals, als er noch in Amt und Würden war, ist Rudi Assauer auch dieser Meinung gewesen. Ja, er hat sogar die Frauen-Mannschaft von Schalke 04 aufgelöst.

Das waren eben noch andere Zeiten. Schön finde ich auch, dass unsere Bundeskanzlerin, die sich als bekennender Fußballfan schon mehrfach geoutet hat, bei den wichtigen Spielen der deutschen Fußballnationalmannschaft (der Männer) auf der Tribüne sitzt. Und jubelt, und zagt, und die Fäuste ballt, und lacht und schreit. Wie es sich gehört. Warum aber war Frau Merkel nicht in Schweden beim Endspiel der Frauen EM? Warum hat sie dort nicht auch gejubelt, gezagt, die Fäuste geballt, gelacht und geschrien? Und den Mädels zum Sieg gratuliert???? Wir werden auf diese Frage nie eine Antwort erhalten. Schade eigentlich, die jungen Frauen um Silvia Neid hätten sich bestimmt gefreut. Und es wäre auch für sie eine Ehre gewesen. Also stellen wir fest: Fußball ist eben nicht Fußball, vor allem nicht, wenn Fußball von Frauen gespielt wird.

Autor Hans Meiser | Veröffentlicht am 29. Juli 2013 at 9:17 | Kategorie: Sport | Schlagwörter: Schlagwörter:

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