Tagein, tagaus – Hoeneß überall

Man mag es nicht mehr hören. Ist doch eigentlich alles klar. Umso unverständlicher die unsäglichen Treuebekundungen manchen Freundes und Fans von Uli Hoeneß. Und wenn ein Mensch ein noch so guter Mensch ist, muss er für seine schlechten Taten gerade stehen. Oder habe ich da irgendetwas missverstanden? Es war schon lächerlich, jeden Abend in den Nachrichtensendungen die immer gleichen Treueschwüre zu hören: Was hat er nicht alles für den Verein getan, was hat er nicht alles gespendet (steuermindernd aus Einkommen in Deutschland), was hat er nicht alles Gutes getan? Joa mei, wenn er`s wirklich getan hat, muss er eben zahlen, aber gleich in den Knast? Hoeneß doch nicht. Inzwischen klingt in meinen Ohren der Name Hoeneß schon fast höhnisch! Ein Ablasshandel auf hohem Niveau, Herrn Hoeneß sei Dank. Nein, wirklich nicht.
Folgendes ist wirklich nicht (ganz) ernst zu nehmen, aber es könnte unkritisch bayerischer Hörigkeit zu der Lichtgestalt eines Würstchenfabrikanten entsprungen sein. Es klingt wie die Rechnung eines Herrn Hoeneß vor dem Gericht: erst so, dann so und schließlich so – nur der Ausgang dieser Geschichte ist ein anderer:
3 ½ Jahre Gefängnis für runde 28 Millionen Euro hinterzogener Steuern, das macht 7 Minuten Knast/Hundert Euro.
Daraus kann man folgern: Wenn jemand seine 5 000 Euro Steuerschulden nicht zahlt, sondern hinterzieht, kommt er dafür knapp 6 Stunden ins Gefängnis. Eigentlich in Ordnung, kann man ja akzeptieren…..und wenn sich der Fiskaldeliquent auch noch gut führt, kommt er vermutlich schon nach 3 bis 4 Stunden wieder raus.
Ach ja, und dabei ist nicht einmal geklärt, woher der Ball-ermann das ganz Geld hatte. Und das wird auch nie mehr herauskommen, denn das Urteil ist rechtskräftig, und außerdem der ganze Sachverhalt schon verjährt. Was für ein Glück hat doch der Herr Hoeneß. Und jetzt hat sein Freund, der ehemalige bayerische Ministerpräsident und FCB Aufsichtsratsmitglied Edmund Stoiber auch nicht ausgeschlossen, dass Herr Hoeneß nach seiner Haft doch sehr wohl die 2. Chance bekommt, die Chance nämlich, wieder Präsident des Clubs zu werden.
Herr, lass Hirn regnen, oder gelten im weißblauen Freistaat andere Regeln und Umgangsformen als im ungläubigen Restdeutschland? Dann, Herr, lass bitte hier aus Gründen der Gleichheit vor dem Gesetz……ach, lassen wir das. Es gibt wirklich wichtigere Dinge im Leben, als sich mit Herrn Hoeneß auseinanderzusetzen. Punktum. Schluss. Ein für alle mal.

Autor Hans Meiser | Veröffentlicht am 19. März 2014 at 10:43 | Kategorie: Gesellschaft | Schlagwörter:

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