Christine Kaufmann und ihr Schamhaar

Wir leben in einer unruhigen Welt. So viele Krisen, die Krimkrise, die Wirtschaftskrise in Griechenland, die immens hohe Arbeitslosenquote in Spanien, die so schlecht bezahlten Piloten bei der Lufthansa, der warme Winter, der viel zu frühe Frühling, die Pollen und der Heuschnupfen, die aufkommende Zeckenplage – eine unendliche Reihe von Problemen, die der Lösung harren. Und dann auch noch dieses haarsträubende Problem von Christine Kaufmann.

Die 69-Jährige Schauspielerin, Mutter, Ex von Tony Curtis, ist verdammt aktiv, und das ist ja auch gut so. Also hat sie ein neues Buch geschrieben, das 16. mittlerweile. Um dieses Buch „Lebenslust“ zu promoten spricht sie nun mit – ja, mit wem wohl? Ja, mit unser aller täglich BILD. Und eröffnet dort den Kampf um das Schamhaar. Um das Schamhaar? Ja, um das Schamhaar. DAS SCHAMHAAR. Wörtlich sagt sie: „Ich möchte eine Lanze für das Schamhaar brechen, weil ich es ästhetisch finde!“ Und weiter: es sei aber viel Pflege wichtig, „…wie bei einem kleinen Garten!“
Das sind die wirklichen Probleme, um die wir uns heute kümmern müssen. Um unser Schamhaar.

Vielleicht kann man ja mit der Filmografie und Bibliografie der geneigten Künstlerin auf ihren wichtigen Vorstoß zur Intimpflege antworten.

„Staatsanwältin Cora“(1953) fragt „Die Winzerin von Langenlois“ (1957): “Und so was will erwachsen sein?“ (1957). Es scheint fast so, als böten „Die letzten Tage von Pompeji“ (1959) „Ein(en) Thron für Christine“ (1960).Aber „In der Stadt ohne Mitleid“ (1960) ist „Das Bastardzeichen“ (1970) wie ein „Degenduell“ (1961) der „Liebesvögel“ (1969) im „Tunnel28“ (1962). Ergebnis dieser cineastischen Auseinandersetzung ist „ Der Mord in der Rue Morgue“ (1971). Christine Kaufmann hat also „Die Welt am Draht“ (1973), weil immer nur „Der Lockruf des Goldes“ (1975) und damit die Gewissheit „Ab morgen sind wir reich und ehrlich“ (1976) zählt. Dass das „Der ganz normale Wahnsinn“ (1979) an einem „Tag der Idioten“ (1981) ist, erkennen nur „Die Ausgesperrten“ (1982). Es ist schlichtweg nur „Der Exzess“ (1984) oder ein „Liebesgefecht – (also) erotische Geschichten“ (1995), die wohl „Zeitlos schön“ (1998) sein können, aber eines ganz klar aufzeigen: „Christine Kaufmann und ich“ (2005) werden nie „Ein Liebesticket nach Haus“(2008) buchen, weil schlichtweg das „Scheinweltfieber“ beweist: „Es ist nicht leicht ein Gott zu sein“ (1989).

Liebe Christine Kaufmann, Sie sind eine hervorragende Schauspielern, aber analog zu einem alten
Sprichwort, man könnte auch sagen: einer alten Volksweisheit, ein kleiner Tipp: Mädel, bleib bei
Deinen Haaren, auch wenn es uns wirklich nicht interessiert.

Autor Hans Meiser | Veröffentlicht am 2. April 2014 at 13:28 | Kategorie: Gesellschaft | Schlagwörter:

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