All time Hits

Noch heute habe ich den Titel ‘Sandstorm’ von Johnny & The Hurricanes in den Ohren. Die stellten sich immer auf, wenn am Sonntagnachmittag diese Nummer über den BFN (British Forces Network) lief, denn das bedeutete: jetzt kommt die ‚Top Twenty Show’, die Hitparade. Ich schrieb immer auf, wer welche Position in diesen Charts hatte, ärgerte mich, wenn meine Lieblingsplatte den Sprung an die Spitze nicht schaffte oder gar übermäßig schnell wieder aus diesen ‚Top 20’ herausfiel.

In jenen Tagen am Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre war die deutsche Hitparade für die Jugendlichen völlig uninteressant. Freddy, Jan & Kjeld oder Heidi Brühl waren meist was für die Erwachsenen – wir hörten Bill Haley, Fats Domino und natürlich Elvis.

Mit den Jahren wurde die Hitparade immer uninteressanter – egal ob GB, USA oder Deutschland. Waren früher die ersten 20 und später die ersten 10 der Charts von Bedeutung, so ist inzwischen gerade mal die Nummer 1 wichtig – den Rest kann man fast durchweg getrost vernachlässigen. Und war es früher die Singlehitparade, die spannend war, wurde die in den 90er Jahren durch die LP-Charts abgelöst.

Und heute? Zumindest für mich gibt es nur noch eine Hitparade, die ich interessant finde: die ‚US Top Pop Catalog Albums’ Charts – und da die ersten 25 Positionen. Die Verkaufs-Hitparade kennt keinen Unterschied zwischen Country, Rap, Pop oder Rock – hier sind alle Genres vertreten. Merkwürdig sind allerdings die Bedingungen, wie man sich dort platzieren kann.

Die Alben, die hier aufgelistet werden, müssen zumindest 18 Monate alt sein und fielen aus den ersten 100 der normalen LP-Charts, den ‚Billboard 200’, heraus. In dieser Woche belegt ‚Catalog Album Charts’ Bob Seger Platz 1, Tom Petty Platz 2 und Pink Floyd mit „Dark Side of the Moon“ Platz 3. Das Album von Pink Floyd ist inzwischen 1076 Wochen also mehr als zwanzig Jahre in dieser Hitparade – und damit absolute Spitze. Allerdings: nur knapp dahinter – mit 1070 Wochen verbleib in den Catalog-Charts, liegt Bob Marley mit einem Greatest-Hits Album.

Wem also nicht eine kurzfristige Nummer 1 sondern eine lange Verweildauer in der Hitparade wichtig ist, sollte sich diese Charts anschauen – dann weiß man, was nachhaltiger Erfolg ist!

Autor Frank Laufenberg | Veröffentlicht am 10. Juli 2013 at 14:07 | Kategorie: Kultur | Schlagwörter: Schlagwörter: ,

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